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Unter Accessoire versteht man jede Art von künstlerischer Schleifarbeiten, agefangen von einfachen Platten bis hin zu filigranen Feinarbeiten.
Hier gibt es alle Formen und Motive. Der Phantasie der Künstler aus aller Welt sind fast keine Grenzen gesetzt. Hier finden Sie Kuriositäten genauso wie naive Arbeiten und sogar erotische Objekte.
Im Alten Ägypten galt der Karneol aufgrund seiner an Blut erinnernden Farbe als "Lebensstein". Daher spielte er bei Bestattungsritualen eine Rolle und wird auch im Ägyptischen Totenbuch erwähnt. Zahlreiche Karneole wurden auch im Grab Tutanchamuns gefunden.
Daneben wurde der Karneol bereits im Altertum als Schmuckstein geschätzt und findet sich insbesondere auf Ringen. Bekannte Beispiele sind:
Der Ring von Tello, Iran, ca. 2500 v. Chr., heute im Louvre
Phönizischer Siegelring mit Skarabäusdarstellung, 6. Jh. v. Chr., heute im Britischen Museum
Etruskischer Siegelring mit Poseidon-Motiv, 6. Jh. v. Chr., heute in der Französischen Nationalbibliothek in Paris.
Das Zypern-Museum in Nikosia besitzt zwei Halsketten aus Karneolperlen und zahnförmigen Muscheln, die in der Ausgrabungsstätte von Khirokitia im Süden der Insel an Skeletten von dort begrabenen Frauen gefunden wurden. Die Halsketten werden in die Zeit von 3.500–3.000 v. Chr. datiert. Der verwendete Karneol muss vom Festland importiert sein, da es ihn auf der Insel nicht gibt. Im 5.000-jährigen Troja wurde bei Ausgrabungen ebenfalls Schmuck aus Karneol gefunden. In der Römischen Kaiserzeit (0–375) war der Karneol das häufigste Material zur Herstellung von Gemmen. Oft waren sie Teil eines Ringes, der auch zum Siegeln benutzt wurde. In die Gemmen waren meist Glücks- und Schutzsymbole bzw. Schutzgottheiten eingeschnitten. Bei einfachen Soldaten bestand der Ring aus Eisen, bei Offizieren aus dem Ritterstand aus Gold. Bei Kalkriese nahe Osnabrück, dem wahrscheinlichen Ort der Varusschlacht (9. n. Chr.), hat man einen Eisenring mit Gemme aus Karneol gefunden, die ein Doppelfüllhorn mit dem Heroldstab des Merkur zeigt. 2005 wurden bei Großschwabhausen im Kreis Weimarer Land in einem Kindergrab aus dem 11./12. Jahrhundert 13 Perlen entdeckt, die vermutlich zu einer Kette gehörten. Vier der Perlen sind aus Karneol.
Im Mittelalter wurde der Karneol bisweilen in Amuletten getragen, die gegen Verzauberung schützen sollten. Hildegard von Bingen zählt ihn zu den wichtigsten Heilsteinen; er hilft angeblich u.a. gegen Blutungen, Kopfschmerz, Husten und Erkältungskrankheiten.
Bei Marbod von Rennes (1035–1123), Bischof dieser Stadt in der Bretagne, und bei Albertus Magnus (1193–1280) hatte der Stein neben dem Blutstillen auch die Wirkung, den Zorn zu besänftigen. Geradezu als Allheilmittel für den Charakter wurde der Karneol in einem Werk aus dem Jahre 1354, der Oeconomia von Konrad von Megenberg, gepriesen:
Wer schwach ist, aber fest sein möchte, wer lau ist, aber brennen möchte, wer feig ist, aber kühn sein möchte, wer Knecht ist, aber Herr sein möchte, der trage immer einen Karneol.
Auch noch in späteren Jahrhunderten misst man dem Karneol besondere Wirkung bei, und zwar auf Frauen. Der aufrichtige Jubilierer aus dem Jahre 1773 schreibt: „Der Karneol, von Männern getragen, lässt sie auf Frauen in seltsamer Weise anziehend wirken.“
In der Neuzeit erlebte der Karneol eine Renaissance als Schmuckstein. Zu den bedeutendsten Verarbeitungsstätten zählen die Schleifereien in Idar-Oberstein. Der Stein war auch mehrfach Gegenstand literarischer Verarbeitung:
Johann Wolfgang von Goethe "Segenspfänder"
Peter Paul Althaus "Wenn ich endlich einmal wüsste"
Da der Karneol leicht zu bearbeiten ist, wurde er gern als Siegelring benutzt. So trug Martin Luther einen Siegelring aus Gold mit einem Karneol, in den die so genannte Luther-Rose, das Wappen Luthers, eingeschnitten ist. Der Ring wurde um 1530 angefertigt, wahrscheinlich in Augsburg, und ist im berühmten Grünen Gewölbe des Dresdener Schlosses ausgestellt.
Der frühere hohe Rang des Karneols als Schmuckstein zeigt sich eindrucksvoll bei den so genannten „Juwelengarnituren“ August des Starken (1670–1733) und seines Sohnes, die ebenfalls im Grünen Gewölbe des Dresdener Schlosses ausgestellt sind und einen Hauptbestandteil des sächsischen Kronschatzes bilden. Von den neun Garnituren dort ist die umfangreichste mit 123 Einzelteilen die „Karneolgarnitur“. Sie wurde 1719 vollendet und ist weitgehend ein Werk der Augsburger Goldschmiede Gebrüder Dinglinger.
In der früheren DDR wurden eine Rose und eine Kirschensorte nach dem Karneol benannt.